Wie ist ein Polstermöbel aufgebaut?

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Massivholzmöbel

Die Rahmenkonstruktion bildet die Basis eines Polstermöbels. Um der ständigen Belastung standzuhalten, sollten die tragenden Teile besonders solide sein. Hier eignen sich Rahmen aus formbeständigem Massivholz sehr gut, denn sie gewährleisten dauerhaft eine hohe Stabilität. 

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UNTERFEDERUNG

Die Unterfederung ist maßgeblich für den Sitzkomfort verantwortlich. Sie wird direkt an der Rahmenkonstruktion angebracht und bildet die Grundlage für die Polsterung. Häufig werden Stahlwellenfedern, auch als Nosag-Federn bekannt, für die Sitzflächen verwendet. Hier wird der Stahldraht zu Wellen geformt und zwischen den Rahmen gespannt. Diese Art der Unterfederung zeichnet sich durch eine hohe Formstabilität aus. 

Auch Gummigurte kommen für die Sitzflächen zum Einsatz. Diese werden in der Regel für außergewöhnlich geformte Sitzelemente verwendet, die mit Wellenfedern nur schlecht gestützt werden können, zum anderen für Polster, bei denen ein legerer Sitzkomfort gewünscht ist. Hier gilt: Je weiter die Gurte gespannt sind, desto weicher der Sitz.

Federholzleisten werden bei langen Polsterflächen und bei Sofas mit Schlaffunktion eingesetzt. Sie fungieren in dem Fall als eine Art Lattenrost.

Im Bereich der Rücken- und Armlehnen werden meist elastische Gurte genutzt, die für die notwendige Stabilität sorgen.

Die Unterfederung wird in der Regel mit Matten abgedeckt, die vor Abrieb schützen und Klappergeräusche dämmen. Diese Matten sind aus Filz, Leinen, Kokos oder Kork gefertigt.

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Federkern

Federkern ist der Klassiker unter den Polsterarten und wird überwiegend zur Polsterung fester Sitze und für lose Kissen verwendet. Für mehr Stabilität ist es wichtig, dass die Stahlfedern spiralförmigen miteinander verbundenen und von einem Bandstahlrahmen umgeben sind. So entsteht bei geringer Belastung ein weicher und bei starker Belastung ein härterer Polstereffekt. Ein Polstermöbel mit Federkern sorgt selbst bei hoher Beanspruchung für einen soliden und festen Sitzkomfort.

Schaumstoff

Um einen weichen und guten Sitzkomfort zu erreichen, werden heutzutage auch immer häufiger Schaumstoffe eingesetzt. Sie sind leicht, anpassungsfähig und unempfindlich. Hochwertige Schaumstoffpolster stehen der Federkernvariante mittlerweile in punkto Qualität in nichts mehr nach. Sie sind leicht, langlebig und punktelastisch, passen sich also ergonomisch dem Körper an. Bei Schaumstoffen mit geringer Qualität können sich mit der Zeit allerdings Sitzkuhlen bilden. Das sogenannte Raumgewicht (Abkürzung RG) gibt Auskunft über die Qualität des Schaumstoffs. Die Regel besagt: Je höher das Raumgewicht, desto haltbarer und langlebiger ist das Material. Gute Schaumstoffpolster haben ein Raumgewicht ab 35 Kg/m³, sehr hochwertige ca. 50 Kg/m³.

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Polstervlies

Zwischen Polsterung und Bezug befindet sich ein Polyestervlies, das eventuell vorhandene Unebenheiten ausgleicht und den Polsterstoff vor Abrieb schützt.

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Polsterpappe

Durch Polsterpappe werden die Seiten- und Rückenteile in Form gebracht und der Rahmen stabilisiert. 

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Bezug

Die Wahl eines Bezugsstoffes hängt von den individuellen Bedürfnissen und vom persönlichen Geschmack ab. Wir haben für Sie die Eigenschaften der verschiedenen zusammengefasst: 

Flachgewebe

Von Flachgeweben spricht man, wenn sich zwei Fadengruppen rechtwinklig überkreuzen. Durch diese Webtechnik können alle Arten von Garnen und Farben kombiniert werden, sodass eine große Farbvielfalt möglich ist. Zudem ist der Stoff sehr atmungsaktiv. Im Gebrauch können sich auf der Oberfläche kleine Knötchen bilden (sog. Pills). Diese können aber mühelos mit einem Fusselrasierer entfernt werden, ohne dass die Fasern des Stoffes verletzt werden oder die Haltbarkeit des Materials beeinträchtig wird. 

Velours

Bei Velours handelt es sich um Stoffe, bei denen Flor (Natur- oder Chemiefasern) in das Grundgewebe eingewebt werden. Durch diese Fertigungsart wird eine hohe Strapazierfähigkeit des Stoffes erreicht. Velours zeichnet sich zudem durch einen weichen, samtigen Griff aus. Durch Druck und Körperwärme legen sich die Flore flach, wodurch ein changierender Effekt entsteht. Je nach Lichteinfall ändert sich die Optik (hell/ dunkel, glänzend/ matt). Diese Eigenschaft bezeichnet man auch als Changieren. Das ist kein Mangel, sondern eine warentypische Eigenschaft, die keinen Einfluss auf die Lebensdauer des Bezuges hat.

Microfaser

Microfaser ist ein Material, dass aus Kunststoffen wie Acryl, Nylon, Zellulose oder Polyester besteht und hundertmal dünner als menschliches Haar ist. Diese vielen, dünnen Fäden sind sehr eng miteinander verbunden. Durch die hohe Gewebsdichte hält Microfaser in der Regel stärkeren Belastungen stand. Ein sehr robustes Material, das formbeständig sowie scheuerfest ist und sich daher sehr gut als Bezug für Sitzmöbel eignet. Eine leichte Pillingbildung ist bei Microfaser üblich.

Leder & Kunstleder

Leder ist ein Naturprodukt. Die Oberfläche ist weich, hautsympathisch, atmungsaktiv und besitzt eine angenehme Temperatur. Kein Leder gleicht dem anderen: Typische „Lebenszeichungen“ wie beispielsweise Vernarbungen, Insektenstiche und unterschiedliche Farbverläufe sind kein Qualitätsmangel, sondern Ausdruck der Natürlichkeit dieses Materials. Polsterbezüge aus glattem Leder sind relativ unempfindlich und lassen sich gut reinigen. Raues Leder ist naturgemäß empfindlicher. Um Ledermöbel zu schützen, sollten diese nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, da das Material sonst schnell austrocknet.

Kunstleder besteht aus einem Baumwoll- oder Mischgewebe, deren Oberfläche mit Polyurethan beschichtet wurde. Generell ist Kunstleder sehr unempfindlich und pflegefreundlich. Anders als Echtleder, neigt Kunstleder dazu brüchig zu werden. Daher sollte man auch Sofas mit Kunstlederbezug nicht direkt ans Fenster stellen sowie andere Wärmequellen wie Kamin oder Heizkörper meiden. Sowohl Echt- als auch Kunstleder ist sehr gut für Allergiker geeignet, weil Staub nicht eindringen kann.

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